Lesen bringt den Ball ins Rollen …
Zum KIBUM-Thema 2009 zeigt eine Sonderausstellung der Stadtbibliothek neuere Kinder- und Jugendbücher: Sachbücher über eine Vielzahl von Sportarten, Romane über Sport und Bilderbücher, in denen Bewegung eine wichtige Rolle spielt. Aber wie eng ist der Zusammenhang von Lesen und Sport wirklich?
Wer Sport im Wettkampf betreibt erlebt eine große Bandbreite von Emotionen zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Sieg und Niederlage, Ausweiten der eigenen Grenzen und Scheitern, Neid und Teamgeist. Idealer Stoff für spannende Romane und Geschichten! Nicht wenige Kinder haben durch das Mitfiebern bei fiktiven Fußballmannschaften oder Reiterinnnen Lust zum Selber-Kicken oder Reiten bekommen. Während allerdings die Kinder in der Realität eine Vielfalt von Sportarten betreiben, scheinen sich die Sportkenntnisse der KinderbuchautorInnen, von einigen interessanten Ausnahmen der letzten Jahre abgesehen, leider weitgehend auf Fußball, Tanzen und Reiten zu beschränken. Auch kleine Tischtennisspieler, Fechter oder Schwimmer würden sich über schöne Schmöker zu ihrem Hobby freuen!
Der Sachbuchmarkt hingegen deckt die meisten Sportarten mit schönen Bildbänden ab. Wer diese Bücher liest, hat meist schon über die Praxis den ersten Weg zu seiner Sportart gefunden und vertieft nun seine Kenntnisse über Techniken, Regeln oder seine Lieblingssportler.
Auch wer keinen Leistungssport betreibt, macht oft die Erfahrung, dass sich beim Federballspielen oder auf der Radtour der Ärger über verkorkste Mathearbeiten oder die Gedankenknoten wegen der Deutsch-Hausarbeit langsam auflösen und Platz für neue Gedanken entsteht. Und wer müde vom Bolzen ist, stellt oft fest, wie angenehm es sich bei einem schönen Krimi ausruhen lässt. Lesen und Sport schließen einander eigentlich nur dann aus, wenn man versucht, beides gleichzeitig zu tun. Aber nicht mal das trifft immer zu! Am besten verbinden sich Lesen und Bewegung nämlich in vielen Geschichten, Bilderbüchern und Gedichten für die jüngeren Kinder. Häufig ist darin nicht nur die Handlung sehr turbulent sondern die Sprache selbst gibt Laute und Bewegungen, z.B. von agierenden Tieren wider und steckt voll Rhythmus. Beim Vorlesen drängt es sich dann geradezu auf, die Kinder gleich mal wie die Elefanten in der Geschichte stampfen oder Flügelbewegungen der Vögelnachmachen zu lassen, oder einfach bei Reimen mitzuklatschen oder mit den Fingern zu schnipsen.
Über die wichtigen Zusammenhänge von geistiger Arbeit und Bewegung gibt es inzwischen eine Menge wissenschaftlicher Veröffentlichungen seitens der Hirnforscher. Die Erkenntnis, dass beides für die Entwicklung der Kinder wichtig ist, hat sich durchgesetzt. Die KIBUM 2009 ruft zur Praxis auf: zum Vorlesen, zum Lesen und zum Bewegen, davor, danach oder sogar währenddessen!

